Birnen  

Verein zur Förderung des Obstbaues, der Garten- und
Landschaftspflege sowie des Vogel- und Naturschutzes e.V.

 

 
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Der Obstbaumschnitt
 

Einer der vielen grundsätzlichen Überlegungen:

Zunächst muss man sich Gedanken machen, welches Ziel ein Baum hat. Er will größer werden als die anderen und seine Blätter wollen das meiste Sonnenlicht ergattern, damit er seine Früchte tragen und damit zur Arterhaltung beitragen kann. Daher muss man einem Baum bei seinen Bestrebungen, möglichst groß zu werden, Einhalt gebieten.

Wichtige Regeln für den Obstbaumschnitt

1. Zunächst sollte man den Baum beurteilen, also seine Gesundheit und seine Wuchskraft betrachten.

2. Dann sollte man sich vorstellen, wie der Baum nach dem Schnitt aussehen soll.

3. Grundsätzlich alle toten, kranken und nach innen wachsenden Äste entfernen.

4. Damit man später leichte Ernte hat: Oben viel, unten weniger wegnehmen.

5. Jeder Baum sollte in der Mitte einen Mitteltrieb (Stammverlängerung) haben. Dieser wird festgelegt und weitere drei bis vier Leitäste stehen gelassen.

6. Die Leitäste werden dann auf die "Saftwaage" geschnitten (Erklärungen folgen)

7. Dann wird der Mitteltrieb den Leitästen entsprechend gekürzt und - soweit möglich - auf einen schwachen Ast abgeleitet.

Zum Schluss sollen alle Schnittwunden versorgt werden.

Wann kann man seine Bäume schneiden?

Grundsätzlich kann man das immer, jedoch im Winter bei starkem Frost empfiehlt es sich nicht. Denn außer, dass man eiskalte Finger kríegt und eine rote Nase, sind die Schnittstellen dem Frost ausgesetzt und die offenen Stellen erfrieren dann. Beim Schneiden kann das Holz auch brechen.

Wissen sollte man noch, dass der Schnittzeitpunkt auch Auswirkungen auf das Wuchsverhalten im Folgejahr hat.

Die Nährstoffe aus den Blättern verlagert der Baum im Herbst in die Wurzeln und wirft die Blätter dann ab. Schneidet man den Baum im Sommer, verliert der Baum an Blättern und kann nicht so viel einlagern. Dadurch wird der Wuchs im Folgejahr gebremst.
Schneidet man im Winter, nimmt man dem Baum Äste und damit Knospen, bekommt er im Frühjahr mit seiner eingelagerten Kraft viele neue Triebe. Verbliebene Triebe schießen. Es kommt z.B. zu Wasserschossen.

Die "Hut-Wurf-Theorie"

Vielleicht kennen Sie diesen Spruch: Beim Winterschnitt wurde oft propagiert, dass man nach Beendigung der Schnittmaßnahme einen Hut durch den Baum werfen können sollte.

"Das kann man so nicht sagen..." wird man Ihnen heute darauf antworten.

Richtig ist, dass das Auslichten des Baumes wichtig ist. Ist ein Baum zu eng bewachsen und hat zuviele Blätter, so kommt das Sonnenlicht nicht in die Krone. Das kann zum Befall von Schädlingen führen, auch Pilze siedeln dann gerne. Zur Ausfärbung der Früchte ist ebenfalls die Sonne maßgeblich und daher schneiden Erwerbsobstbauern die Früchte frei. Wissen sollte man hierbei, dass man bei z. B einem Apfel ca. 50 Blätter braucht, die durch die Photosyntese den Apfel im Wachstum unterstützen.

Wichtig ist aber auch, dass die Kronen auch innen bewachsen ist und nicht gänzlich hohl wird, denn sonst vergreist der Baum schnell.