Kakteen
(von Dieter Klein)
Dieter Klein ist Mitglied der Deutschen Kakteengesellschaft Gießen-Wetzlar und beschäftigt sich intensiv mit Kakteen. Ihm sind Techniken bekannt und er hat sie bereits angewendet, mit denen Kakteen vermehrt und gepfropft werden.
Vorkommen
Kakteen sind Pflanzen des amerikanischen Kontinentes. Sie sind von Südamerika (Patagonien) bis nach Südkanada verbreitet. Der größte Verbreitungspunkt ist der nördliche und südliche Wendekreis wobei es in Mexiko, und Argentinien/Bolivien die größte Population von Kakteen gibt. Kakteen wachsen in Tiefebenen sowie auch auf Hochebenen bis auf über 4000 Meter.
Pflege
Kakteen haben eine jährliche Ruheperiode, welche auch in unseren Breiten nachempfunden werden muss. Die Pflanzen sollen bei uns im Winter trocken und kühl gehalten werden. Das heißt sie werden von etwa Mitte Oktober bis etwa Anfang Mitte März trocken und kühl gehalten. Man sollte den Pflanzen soviel wie möglich Licht geben. Würden die Pflanzen bei uns im Winter warm und feucht gehalten, so verlieren sie die natürliche Wuchsform und würden „vergeilen“. Und „vergeilte“ Pflanzen sind empfindlich für Krankheiten. Ein weiterer Grund für die kühle Überwinterung ist wichtig für den Blütenansatz des nächsten Jahres. Im Winter warm und feucht stehende Pflanzen bilden wenig oder gar keine Blüten.
Pflanzen sollten deshalb im Winter nicht im geheizten Räumen stehen.
Die beste Temperatur für Kakteen in der Wachstumszeit ist etwa 20 – 25°C.Auch sollte man vermeiden dass die Temperatur über 35°C ansteigt. Die beste Temperatur in der Winterzeit wäre bei 5 – 10°C, wobei es Kakteen gibt, welche eine höhere Temperatur verlangen.
Es gibt auch Kakteen, die bei uns im Winter im Freien gehalten werden können. Dabei ist es wichtig eine gute Dränage in dem Pflanzbeet unterzubauen.
Gießen: Kakteen werden im Sommer je nach Bedarf gegossen, das heißt die Pflanzen werden durchdringend gegossen dann erst wieder wenn das Substrat (fast) trocken ist. Staunässe sollte unbedingt vermieden werden, denn dies kann zur Folge haben, dass die Wurzeln verfaulen und die Pflanze verloren ist.
Es gibt auch epiphytischwachsende Kakteen der Gattungen Epiphyllum oder Schlumbergera, Rhipsalis (Weihnachts- und Osterkaktus). Diese Gattungen benötigen mehr und regelmäßiger Wasser und sollten im Winter wärmer stehen.
Düngen sollte man mit extra für Kakteen hergestelltem Dünger. Eine Überdüngung sollte man jedoch vermeiden. Überdüngte Pflanzen sind anfälliger gegen Krankheiten und blühen weniger gut.
Welche Erde brauchen die Kakteen?
Kakteen werden nicht in normale Gartenerde gepflanzt. Eine für alle Kakteen einheitliche Erde gibt es nicht, je nach Gattung bestehen Unterschiede. Viele Kakteen mögen ein mineralisches Substrat. Daher mischen sich Kakteenliebhaber das Substrat selbst zusammen, wobei es aus folgenden Komponenten bestehen kann: 25 % torffreie Blumenerde und Quarzsand sowie Bims, Lavagestein.
Es gibt auch im Handel Kakteenerde.
Vermehrung
Die Vermehrung der Kakteen erfolgt durch Aussaat oder durch Stecklinge und durch Propfung. Wobei Pfropfen nur dann verwendet wird um seltene Pflanzen schneller zu vermehren oder sie früher zum Blühen zubringen. Auch werden Pflanzen gepfropft welche an Chlorophyllmangel leiden (Erdbeerkaktus)
Die neun Bilder auf der linken Seite: Dieter Klein, Londorf |