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Pfropfen Wissen Sie, warum man Bäume pfropft? Wenn die Bienen die Blüten unserer Obstbäume bestäuben bringen sie von anderen Bäumen den Blütenstaub mit. "Alle Apfel- und Birnensorten sind selbstunfruchtbar, d.h., ihr sorteneigener Pollen kann sie nicht befruchten. Die Blüten bzw. die Narben sind auf die Bestäubung mit sortenfremden Pollen (Fremdbestäubung) angewiesen." (Quelle: http://www.ixwin.de/streuobstwiesen_nachpflanzung.html) Nehmen wir an, Sie haben einen Boskop-Apfelbaum im Garten. Sie bewahren die Kerne aus zwei Äpfeln auf und ziehen sich daraus zwei neue Apfelbäume. Nach Jahren tragen diese dann Früchte. Es sind aber dann keine Boskop-Äpfel mehr. Denn die Bienen bringen beim Bestäuben den Blütenstaub von anderen Apfelsorten mit. Dadurch entstehen immer wieder neue Kreuzungen. Nehmen wir weiter an, Sie hatten viel Glück und haben nun durch Zufall eine neue Apfelsorte gezogen, die genau Ihren Erwartungen entspricht. Sie ist knackig, süß-sauer, lange lagerfähig und die Schädlinge mögen diese Äpfel nicht. Gratulation! Sie haben es geschafft! Aber wie können Sie diese tolle Sorte nun vermehren? Über die Kerne der Äpfel ist das ja nicht möglich. Daher haben findige Obstbauern herausgefunden, dass man Bäume Pfropfen kann. Das kann man auf verschiedene Arten machen. Man kann junge Äste abschneiden und miteinander verbinden. Dazu gibt es eine gute Zeit, die im im späten Frühjahr. Man kann einzelne Chips mit einem Blattstängel daran "verpflanzen", einmal Wundrand auf Wundrand, einmal schiebt man den frisch abgeschnitten Chip unter die Rinde eines Ästchens. Experten kennen weitere Arten. Wir wollen Ihnen hier auf unserer Seite zeigen, wie unser Vorsitzender in seinem Garten erfolgreich per Chipveredelung gepfropft hat. Hier sehen wir einen Ast. Er ist schon aus dem vergangenen Jahr, sieht etwas dürr aus, ist er aber nicht. Unter der Rinde ist er grün! Nun schneidet Günter sehr vorsichtig und bedächtig mit einem sehr scharfen Pfropf-Messer ein "Auge" aus dem Ästchen. Er hebt es an, denn es ist wichtig, dass sich nicht nur Rinde, sondern auch Holz an diesem "Auge" befindet. Hier sehen wir das selbe noch mal mit einem sichtbaren "Auge". Dort ist auch noch ein Teil des Blattstiels zu sehen. Der soll auch am "Auge" dranbleiben, warum folgt später. Und wieder wird vorsichtig abgehoben, ein wenig Holz ist wieder am "Auge" verblieben. So soll das dann aussehen. Wichtig: Niemals auf die Schnittfläche fassen!! Dies ist der Ast eines Apfelbäumchens. Dorthinein schneidet Günter einen senkrechten Schnitt.
Oben macht er einen waagerechten Schnitt. Denn: So kann man die Rinde des frischen Astes anheben, um... ... das Auge hineinzuschieben. Auch hier ganz wichtig: Niemals auf die Schnittfläche fassen! Das Auge wird noch ein wenig nachgeschoben! Dann wird das Auge fixiert, auch die Rinde des Astes wird fest angedrückt. Man kann an dem Stück Blattstiel erkennen, ob das Auge angegangen ist. Hier ist ein gut angewachsenes Auge, zum Vergleich ein frisch entnommenes daneben. Nun wird der Ast an der Stelle, wo das neue Auge angegangen ist, abgeschnitten. Die Kraft des Astes geht nun überwiegend in dieses neue Auge. Aus dieser Stelle wächst nun ein neuer Ast, der genau die gleiche Sorte Früchte trägt wie der Baum, von dem das Auge stammt. So wird aus einem Baum zwei - oder ganz viele, je nach dem. Diese Technik muss man üben. Anfangs geschehen viele Fehler. Die Fertigkeiten im Umgang mit den Ästchen muss man sich aneignen. Aber auf diese und andere Weisen werden an einem Baum verschiedene Sorten gepfropft. Auf einem Apfelbaum können dann mehrere Apfelsorten wachsen. Bei anderem Obst ist das ebenso. |
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